Apple-ID, iCloud/iCloud-Drive

Textgrundlage von Fachmagazin c’t special Mac 2016/17

Beim ersten Einschalten und folgender Konfigurierung wird man bald aufgefordert eine Apple-ID einzugeben oder eine neue anzulegen und sich so bei iCloud anzumelden. Man kann dies auch überspringen und später nachholen. Apple-ID und iCloud sind für den Betrieb des Mac nicht zwingend, aber ohne bleiben viele Möglichkeiten verschlossen.

Was ist die Apple-ID?

Die Apple-ID ist nächst eine E-Mail-Adresse, die mit der Anmeldung bei Apple hinterlegt ist.

Für Zweck iCloud, App Store und iTunes empfehle ich grundlegend eine E-Mail-Adresse zu erstellen exklusiver Verwendung, und so auch kleines Passwort darstellt.

  • Mit der ID werden die persönlichen Daten (Name, Anschrift, Bankverbindung oder andere Zahlungsinformationen, z. B. Kreditkartendaten) verknüpft.
  • Weiters ordnet Apple diverse Aktionen (Downloads aus den verschiedenen Stores, Registrierung von Geräten, Nutzung der iCloud und anderes mehr) zu.
  • Für die Nutzung Face-Time Video-Telefonate und Apples Messenger-Programm „Nachrichten“ wird die Apple-ID benötigt.

Wer Zugriff auf die Apple-ID und Passwort hat, hat auch die Möglichkeit auf die betreffenden Daten samt Einkauf im Apple-Store und kann die gesamte digitale Identität übernehmen. Gründe, welche die Apple-ID gut zu schützen ist: Passwort und die drei Sicherheitsfragen nebst Antworten. Geht das Passwort verloren, kann man durch beantworten der Sicherheitsfragen das Passwort zurücksetzen. Falls die Antworten ebenso vergessen sind und keine gesonderte, Apple-externe E-Mail-Adresse hinterlegt ist, geht das nicht mehr.

Die Zwei-Faktoren-Authentifizierung ist zu empfehlen, insbesondere wenn derselben Apple-ID iPhone und/oder iPad mit iOS 9 oder 10 angemeldet ist. Durch die Zwei-Faktoren-Authentifizierung reicht das Passwort zur Anmeldung nicht mehr aus und funktioniert nur noch nach der Eingabe eines zusätzlichen Codes. Also meldet man sich etwa beim Mac erstmals mit der Apple-ID an, sendet Apple einen Code an das betreffende Gerät, derselbe in dessen Fenster zur eigenen Eingabe des Codes gesendet wird. Anschließend wird dieser Mac in die vertrauenswürdigen Geräte aufgenommen, bei der nächsten Anmeldung muss dann der extra Code nicht mehr eingegeben werden. Übrigens, bei Anwendung Zwei-Faktoren-Authentifizierung, werden die Sicherheitsfragen nach 14 Tagen von Apple gelöscht, da sie nicht mehr benötigt werden.

  • Die Zwei-Faktoren-Authentifizierung ist unter „Systemeinstellungen /  iCloud / Accountdetails“ nach der Eingabe des Passworts im Register „Sicherheit“.

Die Daten in der Wolke

Die Apples iCloud bietet einen Service an, über den die Daten zwischen verschiedenen Geräten (Mac, iPhone, iPad und iPod) synchron gehalten werden können. Die Daten liegen nicht nur auf der lokalen Festplatte, sondern als Kopie auf einem oder mehreren Servern im Internet, die von iCloud Apple in den USA verwaltet werden. Über diese Server kann Apple nun die anderen Geräte selbiger Apple-ID ansteuern, Daten anfordern und Daten schicken.

Damit die iCloud-Lösung funktioniert ist eine stabile und zuverlässige Internetverbindung bedingend. Der Dienst bis 5 GB ist in der Grundfunktion kostenlos und reicht meist aus um nur E-Mails, Kontakte, Notizen, Termine und Ähnliches synchron zu halten. Für mehr Speicherplatz ist ein Entgelt erforderlich, also wenn man etwa die iCloud-Fotomediathek und/oder iCloud-Drive nützt. Die iCloud ist sehr nützlich, sobald mehr als ein Gerät damit verbunden ist. Ändert man am iPad einen Eintrag im Kalender usw., wird der Eintrag ebenso am Mac aktualisiert, genauso über iCloud gespeicherte und bearbeitete Dateien. Auch kann man große Dateien bestimmter Ordner automatisch auf die iCloud auslagern, wenn die interne Festplatte des Mac zu voll wird. Möchte man unterwegs auf seine Daten zugreifen ebenso bearbeiten genügt ein x-beliebiger Computer mit Web-Browser: www.icloud.com aufrufen und sich mit seinen Zugangsdaten anmelden.

Wenn man also die iCloud nützen möchte, muss man sich bei dem Dienst anmelden. Das kann ebd. nachträglich erfolgen: „Systemeinstellungen / iCloud“ und mit der Apple-ID anmelden. Man kann, wenn man möchte, für iCloud, iTunes und App Store jeweils eigene Apple-ID erstellen.

Nach der Anmeldung kann man festlegen, welche Daten über iCloud zu speichern und zu verwalten sind („Systemeinstellungen / iCloud“).

Wenn der Speicherplatz auf der iCloud knapp wird und man keinen weiteren Speicherplatz ordern möchte, kann man unter „Systemeinstellungen / iCloud“ Dateien aus der iCloud löschen, oder den Speicherplan ändern. Zur Anzeige der Belegung des Speichers, re. u. auf „Verwalten“ klicken. Links sind nun die Programme zu sehen, die Dateien in der iCloud gespeichert sind. Hier kann man die Apps anklicken, auf deren Dateien man verzichtet und anschließend „Dokumente und Dateien löschen“. Aber Vorsicht! Was hier gelöscht wird, ist tatsächlich weg, Papierkorb gibt es nicht. Daher warnt Mac OS, und erst wenn diese Warnung explizit bestätigt ist, werden die Dateien gelöscht.

Die iCloud-Drive

Zu Apples Netzwerkspeicher gehört auch die iCloud-Drive, welches im Finder unter „Favoriten“ angezeigt wird. Wie bei jedem echten Laufwerk können hier Dateien gespeichert, Ordner angelegt und Ähnliches mehr. Alle Dateien stehen dann wie gehabt der iCloud bereit, sofern dies auf anderem Gerät ebenso aktiviert ist.

Die iCloud-Drive kann auch von Applikationen als Standard-Speicherort benutzt werden. Nach der Neuinstallation kopiert der Mac zudem den Inhalt des Schreibtisches und des Ordners „Dokumente“ auf die iCloud-Drive – allerdings nur, wenn genügend Speicherplatz vorhanden ist.

Möchte man die Kontrolle darüber behalten, welche Dokumente in der iCloud liegen und welche nicht, dann sollte diese Option ausgeschaltet werden – aber erst die folgenden Tipps zu Ende lesen, denn es macht einen großen Unterschied, wie man dabei vorgeht.

  • Als Erstes, die „Systemeinstellungen / iCloud“ Aufrufens und bei „iCloud-Drive“ auf „Optionen“ klicken. Hier wird sodann der Haken bei „Ordner, Schreibtisch & Dokumente“ entfernt und mit „Deaktivieren“ bestätigt. Danach befinden sich die Dokumente nur noch im iCloud-Drive und nicht mehr auf der lokalen Festplatte.
  • Entfernt man den Haken beim gesamten „iCloud-Drive“, werden die Daten zwar wie gewünscht von den iCloud-Servern gelöscht – aber die Daten scheinen auch vom Mac wie von Geisterhand zu verschwinden. Hat man aber auf „Kopie behalten“ und nicht auf „Aus dem Mac entfernen“ geklickt, finden sich die Dateien vom Schreibtisch und aus dem Ordner „Dokumente“ immerhin im Benutzerordner unter „iCloud-Drive (Archiv)“. Von dort kann man sie an ihren angestammten Platz verschieben.

Tipp: Apple-ID ohne Zahlungsdaten

Beim Anlegen einer Apple-ID wird man nach seiner Bankverbindung oder Kreditkarte gefragt. Wenn man über die Bankverbindung bzw. Kreditkarte nicht bei Apple einkaufen möchte, sondern nur die kostenlosen Angebote oder Gutscheine nutzen, ist es möglich, einen Account ohne diese Informationen anzulegen – allerdings ist dies etwas versteckt.

So geht’s: Im App Store nach x-beliebigen, kostenlosen App suchen und diese versuchen zu laden. Somit erfolgt Aufforderung die Apple-ID anzugeben oder eine neue Apple-ID anzulegen. Bei der Anlage einer neuen ID erscheint der gleiche Dialog wie sonst auch – bis auf eine Ausnahme: In den Zahlungsinformationen kann man nun „Keine“ wählen.